Gießener Allgemeine Zeitung vom 20.03.2024

Das Buffet war beim gemeinsamen Fastenbrechen an der Theo-Koch-Schule mit Köstlichkeiten aus der türkischen, arabischen, persischen und ukrainischen Küche gedeckt. © Red

Grünberg (pm). Auch in diesem Jahr hat der Fachbereich Deutsch als Zweitsprache (DaZ) der Theo-Koch-Schule in Grünberg zum interkulturellen Fastenbrechen eingeladen. »Wir haben im vergangenen Jahr zum ersten Mal gemeinsam mit einer großen Zahl von Schülern sowie ihren Familien das Fastenbrechen gefeiert. Das war ein so schönes Erlebnis, dass wir es auf jeden Fall wiederholen wollten«, so Nico Gehle aus, der als Fachbereichsleiter gemeinsam mit dem ehemaligen Kollegen Meron Asefaw eingeladen hatte.

Der Ramadan ist der islamische Fastenmonat und dauert 30 Tage. Während dieser Zeit essen und trinken die Gläubigen nicht mehr nach Sonnenaufgang und erst wieder nach Sonnenuntergang.

Leckeres auf dem Buffett

Dadurch sollen Dankbarkeit und Rückbesinnung auf das Wesentliche im Vordergrund stehen. Am frühen Abend sammelten sich immer mehr Schüler mit Familien in der Mensa der Schule. »Wir sind sehr erfreut darüber, dass nicht nur muslimische Gläubige teilnehmen, sondern auch Familien mit anderen religiösen Hintergründen«, freute sich Sevde Özyesil, die ebenfalls für den Fachbereich DaZ mit eingeladen hatte. Auch sie selbst fastet während des Ramadans und zeigt sich erfreut, das Fastenbrechen mit den Schülern gemeinsam feiern zu können. »Viele der Kinder in unseren Klassen kennen das gemeinsame Fastenbrechen aus ihren Heimatländern. Wir möchten ihnen mit dem heutigen Abend das Gefühl geben, ein Stück ihrer alten Heimat in ihrer neuen Heimat Deutschland zu erleben und ihnen auf diese Weise Anerkennung und Zugehörigkeit vermitteln«, so Gehle weiter. Das Buffet war reich mit Köstlichkeiten aus der türkischen, arabischen, persischen und ukrainischen Küche gedeckt. Im Anschluss an das Essen trug der 16-jährige Mohammed Sayed Hussaini einen Auszug aus dem Koran vor.

Auszug aus dem Koran

Dabei ähnelte seine Stimme einem Gesang und fesselte die Aufmerksamkeit der Anwesenden. Besonders die Gäste, die zum ersten Mal teilnahmen, waren tief beeindruckt. Viele Gäste resümierten, dass es ein schönes Miteinander war. Das könne er nur bestätigen, so Gehle, und er führte weiter aus, dass er dieses Zusammensein zu einer Tradition im Fachbereich DaZ etablieren möchte. »Es ist einfach eine wunderbare Möglichkeit, den Kindern zu zeigen, dass wir uns für sie und ihre Kulturen interessieren, sie uns wichtig sind und wir sehr bemüht sind, ihnen an unserer Schule eine neue Heimat zu geben.«