Begabtenförderung an der TKS

BiSS (Besonders interessierte Schülerinnen und Schüler): Förderung von Begabungen durch Würdigung (BiSS&Birne-Awards)

Birne: Förderung durch Fordern (Projekt Birne)

BiSS&Birne-Awards: schulinterner Wettbewerb zur Förderung von Begabungen durch Würdigung

Viel Talent in der 7g

Jasmin Deubel nominiert in der Kategorie „Vielversprechendes Schreibtalent“ – Video zur Weihnachtsgeschichte nominiert für „innovatives Unterrichtsprojekt“ (16.03.2020)

Wie eine Klasse vom Talent einzelner profitieren und wie sie dieses fördern kann, zeigt das Beispiel der 7g unter der Leitung von Frau Lena Rink. Mit ihren dreizehn Jahren hat die Klassensprecherin der 7g, Jasmin Deubel, bereits zwei Bücher geschrieben. Es handelt sich um Krimis, in denen vier Freundinnen („Das Mädchenquartett“) gemeinsam Fälle lösen. Das erste Buch der jungen Autorin – damals war sie noch Sechstklässlerin – heißt „Aladin“ und spielt im Musical-Milieu. Im Sommer 2019 diente es der Theater-AG 5/6 von Frau Rink, an der auch Schüler*innen der jetzigen 7g teilnahmen, als Vorlage für ein Theaterstück. Dafür musste die auktoriale Erzählperspektive des Deubel-Krimis von den AG-Teilnehmer*innen in Dialoge umgewandelt, mussten Soundeffekte und Regieanweisungen hinzugefügt werden. „Die Aufführung war ein voller Erfolg“, erzählt Nicole Benzler, Teilnehmerin an der Theater-AG und Klassenkameradin von Jasmin Deubel. „Es hat Spaß gemacht, Jasmins Geschichte in ein Theaterstück umzuwandeln und dann zu spielen. Das Buch ist gut zu verstehen, es hat eine klare Handlung. Nicht so wie manche Erwachsenenbücher …“

Auch der zweite Deubel-Krimi, „Sabotage in Spanien“, ist bei der 7g gut angekommen. Vor den Weihnachtsferien hatte die Autorin ihn der Klasse vorgelesen. „Es geht um vier Mädchen, die zusammen nach Spanien in den Urlaub fliegen wollen“, fasst Ellice Görnert die Handlung zusammen. „Dafür müssen sie zuerst mal Geld verdienen. Im Hotel in Spanien treffen sie dann auf ein älteres Ehepaar und es passieren komische Dinge.“ „Ein Türgriff bricht ab und der Zimmerbrunnen im Speisesaal explodiert“, ergänzt Caroline Eva. Jannis Groß und Emily Michailow erklären, warum diese Dinge immer dann passieren, wenn ein bestimmtes älteres Ehepaar in der Nähe ist, und was die Freundin des Chefs damit zu tun hat. Aber das soll an dieser Stelle noch nicht verraten werden. Mit ihrem Krimi „Sabotage in Spanien“ ist Jasmin Deubel nämlich für die BiSS&Birne-Awards in der Kategorie „Vielversprechendes Schreibtalent“ nominiert. Nach der Zeremonie wird der Krimi auf der BiSS&Birne-Homepage veröffentlicht, sodass sich auch die Schulgemeinde vom Schreibtalent der jungen Autorin überzeugen kann.

Auch in der Kategorie „Innovatives Unterrichtsprojekt“ haben Schüler*innen aus der 7g Chancen auf einen Award. Im evangelischen Religionsunterricht bei Frau Rink haben sie ein Video zur Lebensgeschichte Jesu gedreht. „Zuerst wurden wir in Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe übernahm einen anderen Abschnitt der Geschichte“, berichtet Marvin Queckbörner. „Wir malten Bilder auf Overheadfolie aus und schnitten sie aus.“ „Mit diesen Bildern spielten wir die Lebensgeschichte Jesu auf dem Overheadprojektor und filmten sie mit unseren Handykameras“, erzählt Kim Kerscher weiter. „Caroline Eva und Jannis Groß fügten dann die Sequenzen zu einem zusammenhängenden Film zusammen.“ Dass dies viel Arbeit war, können sich alle Beteiligten vorstellen. „Wir mussten ein kostenloses Schnittprogramm verwenden“, erklärt Jannis. „Das war ziemlich kompliziert, weil in dieser Version nicht so viele Funktionen zur Verfügung standen.“ Kein Wunder, dass das Technik-Team für das Video einiges an Freizeit geopfert hat. Umso mehr dürfen sich die Schülerinnen und Schüler der 7g auf den Präsentationsnachmittag der Projektwoche vor den Sommerferien freuen, wenn ihr Beitrag im Rahmen der BiSS&Birne-Awards gewürdigt wird.

„Das hat bestimmt noch kein C-Kurs gemacht“ – Kurzgeschichtenprojekt von Achtklässlern nominiert für BiSS&Birne-Awards (24.01.2020)

Alltagsnah sollten sie sein, mit unvermitteltem Einstieg und offenem Ende: die Geschichten für das Schreibprojekt des C-Kurses Deutsch der achten Jahrgangsstufe unter der Leitung von Christina Krimke. Entstanden ist eine Kurzgeschichtensammlung, die es in sich hat. Wie ist es dazu gekommen?

Mit mäßigem Interesse – Deutschlehrkräfte kennen das – hatten sich im Herbst des letzten Jahres die vierzehn Kursteilnehmer/-innen mit dem Lehrplanthema Kurzgeschichten beschäftigt. Dabei lasen sie eine Story über Rolf, der von seinem Mitschüler gemobbt wird, aber von Eltern und Lehrern keine Hilfe bekommt. Als Frau Krimke dem Kurs vorschlug, Fortsetzungen zu schreiben, änderte sich die Stimmung. „Plötzlich war mein sonst eher semi-begeisterter Kurs motiviert, Lösungen zu finden, dem Schicksal der Hauptfigur eine positive Wendung zu geben“, schreibt sie in ihrem Vorwort. „Die Geschichte von Rolf schaffte, was sonst kaum ein Thema schafft: zu berühren, aus der Lebenswelt zu berichten, die den Kids geläufig ist. Empathie auszubilden.“

Als schließlich die Idee aufkam, einen Kurzgeschichtenband zusammenzustellen, waren alle begeistert: „Alter, ich schwör, das hat bestimmt noch kein C-Kurs gemacht!“, wird ein Kursteilnehmer im Vorwort des Kurzgeschichtenbandes zitiert.

Ganz unterschiedlich gingen die Schülerinnen und Schüler an die gestellte Aufgabe heran: Einige arbeiteten alleine zu Hause, andere im Team. Manche holten sich ihre Ideen aus dem Alltag, wieder andere ließen sich von Serien oder Computerspielen inspirieren, wie Daniel, Autor der Kurzgeschichte ‚ES ist im Wald‘ (nach der Serie ‚Dr. House‘ und den PC-Spielen ‚Firewatch‘ und ‚Do You Copy‘), oder Jenny, die eine Kurzgeschichte in Tagebuchform schrieb (nach der Serie ‚Vampire Diaries‘).

Der kreative Prozess war für alle eine Herausforderung: „Es war schwer, einen Anfang zu finden“, erzählt Laura, Verfasserin der Kurzgeschichte ‚Verloren‘. „Und als ich endlich etwas auf dem Blatt stehen hatte, gefiel es mir nicht, ich strich es durch und fing wieder von vorne an. Ich bin ungeduldig und will immer alles perfekt machen. Das machte die Sache ziemlich kompliziert.“ „Zuerst habe ich mir Stichpunkte gemacht“, berichtet Ilja, Verfasser der Kurzgeschichte ‚Die komischen Stimmen im Kopf‘. „Danach bin ich rumgegangen und habe mir Inspiration von den anderen geholt. Ausformuliert habe ich meinen Text dann direkt am PC.“

„Die Arbeit mit dem Rechtschreibprogramm des Computers war sicher für alle ein Gewinn“, sagt Deutschlehrerin Krimke. „Aber besonders profitiert haben natürlich die Schülerinnen und Schüler mit Lese- und Rechtschreib-Schwäche oder mit besonderem Förderbedarf.“ Stark gefordert wurden auch die mehrsprachigen Schüler, wie Abdullah, dessen Muttersprache das Arabische ist und der seit vier Jahren Deutsch lernt, oder Lewis, der mit Spanisch und Englisch aufgewachsen ist und seit drei Jahren Deutsch lernt: Beide Schüler haben jeweils eigene Geschichten zu der Sammlung beigesteuert.

„Einige Kids haben es nicht geschafft, ihre Gedanken zu Papier zu bringen“, sagt Christina Krimke. „Auch das gehört dazu.“ Zum Beispiel Jonas: „Früher habe ich gerne Kurzgeschichten geschrieben“, erzählt er. „Und ich hatte auch einige Ideen. Aber es fiel mir schwer, eine Situation aus dem Alltag zu beschreiben. Fantasy finde ich viel leichter, da kannst du schreiben, was du gerne hättest.“

Freuen können sich die Schülerinnen und Schüler des 8er-Deutschkurses auf den Präsentationsnachmittag in der Projektwoche, wenn die BiSS&Birne-Awards für das Schuljahr 2019/20 an besonders engagierte Schüler/-innen verliehen werden: Ihr Kurzgeschichtenband ist für die Kategorie ‚Innovatives Unterrichtsprojekt‘ nominiert. Zusätzlich wird noch ein Einzelpreis für die beste der zwölf in dem Kurzgeschichtenband enthaltenen Geschichten vergeben. Engagement lohnt sich!

  1. Alle Schülerinnen und Schüler der TKS von Jahrgangsstufe 5 bis 13 dürfen teilnehmen! Es geht darum, auf eigene Leistungen stolz zu sein, besonderes Engagement zu würdigen, Talente zu entdecken und eine Kultur der gegenseitigen Anerkennung an unserer Schule zu etablieren.
  2. Ihr könnt Eure Beiträge entweder selbst einreichen (Bewerbungskategorien) oder Ihr benennt – das Einverständnis der Betreffenden vorausgesetzt – Mitschülerinnen oder Mitschüler, die Eurer Meinung nach Chancen auf einen Preis in einer der Nominierungskategorien haben. Auch Lehrkräfte können geeignete Kandidatinnen oder Kandidaten benennen.
  3. Die Wettbewerbsbeiträge in den Bewerbungskategorien bzw. die schriftlichen Nominierungen können bei Christina Müller eingereicht werden (E-Mail an christina.mueller@theokoch.schule oder direkt in der Bibliothek).
  4. Der Einsendeschluss für die Bewerbungskategorien bzw. die Frist für die Nominierungen ist Freitag, der 29. Mai 2020.
  5. Es ist möglich, in mehreren Kategorien teilzunehmen.
  6. Ob Einzel- oder Teampreise vergeben werden, ist bei der jeweiligen Kategorie vermerkt. In begründeten Fällen kann von diesen Festlegungen abgewichen werden.
  7. Die Beiträge dürfen im Vorfeld überarbeitet werden, auch mit fremder Hilfe (Mitschüler/-innen, Geschwister, Erziehungsberechtigte, Lehrkräfte …). Gerade die intensive Auseinandersetzung mit den eigenen Arbeitsprodukten soll durch den Wettbewerb gefördert werden.
  8. Die Jury setzt sich zusammen aus Lehrkräften mit verschiedenen Fachkompetenzen. Bei reger Teilnahme können die Wettbewerbskategorien differenziert werden nach Jahrgangsstufen und/oder Fächern. Es können pro Kategorie ein oder mehrere Gewinner/-innen gekürt werden. Die Begründungen der Jury für die Gewinner/-innen in den einzelnen Kategorien werden schriftlich festgehalten. Bei Mangel an geeigneten Wettbewerbsbeiträgen kann es sein, dass in einzelnen Kategorien keine Gewinner/-innen gekürt werden.
  9. Die Verleihungszeremonie findet am Präsentationsnachmittag der Projektwoche vor den Sommerferien statt und wird von einer Projektgruppe organisiert. Zu der Zeremonie sind alle Bewerber/-innen bzw. Nominierten sowie beliebig viele Gäste eingeladen. Dabei werden die einzelnen Beiträge vorgestellt, die Gewinner/-innen verkündet, die Jury-Begründungen verlesen und die Auszeichnungen überreicht.
  10. Geeignete Wettbewerbsbeiträge können – das Einverständnis der Autorinnen und Autoren vorausgesetzt – auf der Homepage veröffentlicht werden.

Förderung von Begabungen durch Fordern

Wie funktioniert dieses Modell?  In einer Unterrichtsstunde pro Woche treffen sich die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Klassen, um im Projekt Birne zu arbeiten. Dazu verlassen die Kinder für 45 Minuten pro Woche den Regelunterricht in wechselnden Stunden. Verpassten Unterrichtsstoff müssen sie selbstständig nacharbeiten. Für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler wird es kein Problem sein, pro Woche eine reguläre Unterrichtstunde aufzuarbeiten.

Was passiert, wenn mein Kind feststellt, dass das „Birne-Projekt“ es überfordert?  Ihr Kind hat während der ersten beiden Stunden im Kurs Zeit auszuprobieren, ob es mit den Ansprüchen des Modells zurechtkommt. Sollte dies nicht der Fall sein, kann es den Kurs wieder verlassen. Ab der dritten Stunde ist die Teilnahme für den Rest des Projektes verbindlich, denn natürlich wünschen wir uns und den Kindern, dass sie mit Spaß und Eifer bei der Sache bleiben und sich in neue Themen vertiefen. Ziel des Modells ist es, gerade leistungsstarke Schülerinnen und Schüler dadurch zu fördern, dass sie besonders gefordert werden und sich auf Themen einlassen, die sie in der Form nicht im Unterricht behandeln.

Wird die Teilnahme am Projekt Birne benotet?  Eine Benotung der im Kurs erbrachten Leistungen findet nicht statt. Die Teilnahme wird jedoch durch eine Zeugnisbemerkung bescheinigt.

Wie und bis wann kann ich mein Kind anmelden?  Wenn Sie Ihr Kind für geeignet halten und es selbst Freude an zusätzlicher Herausforderung hat, so füllen Sie bitte Anmeldebogen gemeinsam mit Ihrem Kind aus und lassen Sie ihn zeitnah über Ihr Kind bei der Klassenleitung abgeben – spätestens jedoch bis zum 20. Dezember 2019.

Wie erfahre ich, ob mein Kind am Kurs teilnehmen wird oder nicht?  Bis zum 31. Januar 2020 erhalten Sie über die Klassenleitungen einen Brief, der Sie über die Teilnahme Ihres Kindes am Projekt Birne informiert. Die Auswahl der TeilnehmerInnen erfolgt in Absprache mit den Lehrkräften, die Ihr Kind momentan unterrichten.

An wen wende ich mich, wenn ich Fragen habe?  Gerne können Sie sich mit Rückfragen an Frau Rischmann wenden, zu erreichen unter katja.rischmann@theokoch.schule.

Wir starten im 5. Schuljahr mit einem eher gelenkten Projekt. Die Themen werden mit den Schüler*innen konkretisiert und strukturiert angeleitet. Dabei sollen die Teilnehmer*innen bereits zu einem weitestgehend selbständigen Handeln angeleitet werden.

In diesem Jahr setzen wir uns intensiv mit dem großen Thema Kommunikation auseinander. Ob wir dabei einen Film drehen, erforschen, welche Formen der Kommunikation es bei Tieren gibt, oder einen Roman über Verständnisschwierigkeiten schreiben, legen die Teilnehmer*innen mit der Projektlehrkraft gemeinsam fest. Ziel wird es sein, eine selbst gestellte Forscherfrage oder Idee zu verfolgen, zu beantworten und schließlich die Ergebnisse der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dazu arbeiten die Schüler in der Bibliothek, im Internet, laden eventuell Experten ein oder machen eine Exkursion.

Katja Rischmann, Studiendirektorin (Fächer: Deutsch und Kunst), Leiterin Aufgabenfeld I, LRS-Koordinatorin, Beratung für Hochbegabung (katja.rischmann@theokoch.schule)

Christina Müller, Studienrätin (Fächer: Deutsch und Latein), Mitarbeiterin Schulbibliothek (christina.mueller@theokoch.schule)