Gießener Allgemeine Zeitung vom 16.01.2026

Die TKS eröffnet einen Makerspace für digitales Experimentieren

Christian Noack (2. v.l.) und Moritz Metelmann (3.v.l.) erklären Jörg Keller (1. v.l.) und Christopher Lipp (4.v.l.) die Möglichkeiten im Makerspace. © Constantin Hoppe

Ein Informatikraum wurde zum Makerspace umgebaut. Die Theodor-Koch-Schule investierte 20 000 Euro aus dem Innovationsbudget des Landkreises.

Am 3D-Drucker selbst entworfene Teile produzieren, einen Roboter programmieren oder ein Smarthome möglichst optimal entwerfen: Diese und viele weitere technische Möglichkeiten stehen den Schülerinnen und Schülern der Theodor-Koch-Schule (TKS) in Grünberg nun offen.

In den vergangenen Wochen wurde ein Informatikraum von den Lehrern Moritz Metelmann und Christian Noack in einen Makerspace umgebaut. In diesem sollen die Schüler ab dem kommenden Schulhalbjahr experimentieren und praktische Erfahrungen im Umgang mit der digitalen Welt sowie ihren Möglichkeiten für die reale Welt sammeln. Am Donnerstag verschaffte sich Schuldezernent Christopher Lipp einen Überblick über die Perspektiven, die der Raum künftig bieten soll.

Seit dem Jahr 2024 unterstützt der Landkreis Gießen seine Schulen mit einem »Innovationsbudget«. Letztlich sollen die Schulen dadurch über einen Zeitraum von fünf Jahren rund 1,5 Millionen Euro für die Förderung der MINT-Fächer – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – erhalten. „Aber das Programm soll auch nach 2028 weitergeführt werden“, erklärte Lipp. Für dieses Jahr ist eine Unterstützung in Höhe von 285 000 Euro eingeplant.

Das Geld kann für die Anschaffung technischer Ausstattung für den Unterricht in den MINT-Fächern oder für Schüleraktivitäten verwendet werden. An der TKS wurden so rund 20 000 Euro investiert. Damit wurde der Makerspace mit mehreren 3D-Druckern, Lasercuttern und CNC-Fräsen ausgestattet, zudem wurden hochwertige Messgeräte für Physik und Chemie angeschafft.

„Wir wollen den Landkreis zu einem Schwerpunkt für die MINT-Förderung entwickeln“, erklärte Lipp. Denn gerade in diesem Bereich besteht schon heute ein Fachkräftemangel.

Bei den Schülern kommt die neue Technik auf alle Fälle gut an, berichtet Noack: „Einige Schüler haben gleich gefragt, ob sie mit den 3D-Druckern arbeiten dürfen.“ Auch der realitätsnahe und möglichst anwendungsorientierte Unterricht ist den Lehrkräften in Grünberg wichtig: So wurde etwa eigenhändig ein Modell eines Hauses entworfen, dessen Smarthome-System von den Schülern programmiert werden kann. Daneben wurden programmierbare Roboter angeschafft, die für Schüler ab der 5. Klasse erste Berührungspunkte mit dem Thema Robotik ermöglichen.

Die Unterrichtsinhalte haben die Lehrer dabei zumeist selbst erarbeitet. „Es gibt noch keine Schul-Lehrbücher zu diesen Themen“, berichtet Noack. Da verwundert es auch nur wenig, ergänzt der Lehrer, dass bereits ein Verlag angefragt habe, ob sie nicht ein Lehrbuch zu dem Thema schreiben würden.