Gießener Anzeiger vom 29.08.2026, S. 39

Feierlicher Abschluss: Die Schülerinnen und Schüler erhalten ihre Zertifikate. © Heinz-Gerhard Schütte

Freiwilligenprojekt: 33 Jugendliche der TKS Grünberg erhalten ihre Zertifikate

Grünberg – 2009 wurde in Kooperation mit der Sozialarbeit an der Theo-Koch-Schule in Grünberg ein Freiwilligenprojekt ins Leben gerufen. Dabei war der Ausgangspunkt die Idee, Jugendlichen der 7. bis 9. Klasse einen niedrigschwelligen Zugang zu freiwilligem sozialem Engagement zu ermöglichen.

Das Projekt hat sich seitdem zu einem festen Bestandteil der Kinder- und Jugendarbeit in Grünberg entwickelt. In sozialen Einrichtungen, zum Beispiel in Kindertagesstätten, Seniorenwohnheimen, Nachmittagsbetreuungen an Grundschulen – weitere Einrichtungen im Gemeinwesen sind darin eingeschlossen.

Gruppentreffen und Erfahrungsaustausch

In der Regel besuchen die teilnehmenden Jugendlichen ihre Einsatzstelle einmal wöchentlich für mindestens zwei Stunden, wobei mindestens 80 Stunden die Zielsetzung über den gesamten Zeitraum sind und die dabei gewonnenen Erfahrungen durch begleitende Gruppentreffen dem Erfahrungsaustausch dienen.

Im Schuljahr 2025/2026 war das Interesse besonders hoch, denn mehr als 65 Jugendliche bekundeten ihr Interesse. Nach Prüfung der Einsatzmöglichkeiten, der Erreichbarkeit, zeitlicher Voraussetzungen und verfügbarer Plätze konnten 33 Jugendliche erfolgreich in passende Einrichtungen vermittelt und über das Schuljahr begleitet werden. Damit beteiligten sich deutlich mehr Jugendliche als in vielen Vorjahren.

Die pädagogische Begleitung war dabei eine wichtige Grundlage des Projekts. Die Jugendlichen wurden nicht nur vermittelt, sondern während des gesamten Schuljahres durch jeweils eine Kollegin aus der Sozialarbeit an der Schule, dem Kinder- und Jugendbüro/Familienzentrum (Silke Arbeiter-Löffert) und seit drei Jahren auch der Fachstelle für Ehrenamtliches Engagement/SOFA (Mira Schmidt) begleitet.

Die Zertifikatsverleihung in der Theo-Koch-Schule, die von Silke Arbeiter-Löffert, Mira Schmidt und Christoph Winkler von der Theo-Koch-Schule vorgenommen wurde, bildete den feierlichen Abschluss des Freiwilligenprojekts. Dabei erhielten auch diejenigen eine Urkunde, die aufgrund des verkürzten Schuljahres nicht die geforderten 100 Stunden soziales Engagement erbringen konnten, sowie eine Würdigung der ehrenamtlichen Tätigkeit des Landes Hessen, die als Beilage für spätere Bewerbungen verwendet werden kann. Ferner erhielten die Teilnehmenden ein persönliches Zertifikat sowie eine Rückmeldung der Einrichtung, in der sie tätig waren.

Stadtrat Volker Schlosser (FDP), der in Vertretung des Bürgermeisters gekommen war, merkte an, dass ein freiwilliges Engagement in unserer Gesellschaft von unschätzbarem Wert sei. In Deutschland engagierten sich mehr als 30 Millionen Menschen freiwillig in der Feuerwehr, im Sportverein, in der Jugendarbeit, in sozialen Einrichtungen, in Umweltprojekten, in der Kultur, in der Nachbarschaftshilfe und in vielen weiteren Bereichen. Ehrenamt sei so bunt wie unsere Gesellschaft selbst.

Verantwortung übernehmen

Die Jugendlichen hätten erlebt, wie es ist, gebraucht zu werden! Sie hätten erfahren, dass ihre Fähigkeiten, ihre Zeit und ihre Ideen einen Unterschied machen können. Auch hätten sie gelernt, dass Engagement nicht nur anderen hilft, sondern auch ihnen selbst etwas gibt. Ehrenamt bedeute, neue Stärken zu entdecken, über sich hinauszuwachsen, Verantwortung zu übernehmen und Selbstvertrauen zu gewinnen.

Mit Ihrem Einsatz hätten sie gezeigt, dass unsere Zukunft in guten Händen liegt. Die ausgehändigten Urkunden seien ein Versprechen, dass Engagement zählt.

HEINZ-GERHARD SCHÜTTE