Gießener Anzeiger vom 30.06.2026, S. 33

Die vom Förderverein geehrten Schülerinnen und Schüler. © Heinz-Gerhard Schütte

Theo-Koch-Schule verabschiedet Hauptschul- und Realschuljahrgänge 2025/2026

Grünberg – In der Gallushalle wurden vom Schulleiter der Theo-Koch-Schule (TKS) Jörg Keller, die Hauptschul- und Realschuljahrgänge 2025/2026 in einer Feierstunde verabschiedet. Die Schülerinnen und Schüler hätten ihr Ziel erreicht mit der Ausgabe der Abschlusszeugnisse, betonte der Schulleiter. Das sei ihr Erfolg. Dieser Tage, wie könnte es anders sein, redet (fast) die ganze Welt vom Fußball. Und das sei gut so. Bietet ein solches Ereignis doch Gelegenheit – und sei es nur für einen kurzen Augenblick –, große und kleine Probleme und Sorgen für einen Moment in den Hintergrund treten zu lassen.

Unterstützung durch die Fangemeinde

Um an diesem Abend mit von der Partie zu sein, mussten die Schülerinnen und Schüler zwischen 1.800 und 2.000 Tage trainieren (jedenfalls auf dem Papier). Eine beeindruckend lange Zeit, bei der sich zeigte, wer sich über Höhen und manche Tiefen der Trainingseinheiten hinweg behaupten konnte. Wenn der Einsatz Wünsche offenließ oder sich Erfolge nicht so, wie erhofft, einstellen wollten, wurde eine alte Fußballerweisheit offenbar: „Die Wahrheit liegt auf dem Platz“.

Im schulischen Alltag entschied sich, wer über die nötige Fitness für Präsentationen und Abschlussprüfungen verfügte. Zu Begabungen und Talent gesellten sich gute Leistungen, Trainingsfleiß führte zu Kreativität und Spielfreude. Wie immer gab es auch das eine oder andere Naturtalent, dem einige Geistesblitze zum Erfolg reichen sollten. Andererseits traten Konditionsmängel offen zutage und einige verpassten infolge von Trainingsrückständen und fehlender Motivation eine weitaus bessere Platzierung. Oftmals halfen nur Teamgeist und Freundschaften über Enttäuschungen hinweg. Dank der tatkräftigen Unterstützung durch die Fangemeinde, in Gestalt von Eltern und Freunden, wurden die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Abschneiden gelegt.

Keller gab vor der Aushändigung der Zeugnisse den Schülern noch etwas anderes mit auf den Lebensweg: „Ihr seid digital aufgewachsen. Fast, so könnte man meinen, seid ihr eine Generation, bei der man das Handy zu den Körperteilen zählen muss. Nichts geht mehr ohne. Natürlich verbinden sich damit Vorteile, keine Frage. Man ist vernetzt, ständig informiert und man kann im Freundeskreis mitreden. In der Schule habt ihr zudem gelernt, mit einem iPad digital lernen und arbeiten zu können. Hiervon, davon sei er überzeugt, werdet ihr zukünftig profitieren. Aber: Jede Seite bringt auch Dinge mit sich, die zumindest nachdenklich machen. Die Nutzung von Social Media fördert Einsamkeit. Für eine Stunde negativer Videos benötigt das Hirn die doppelte Menge positiver Inhalte zum Ausgleich. Deshalb müsse man echte Begegnungen fördern, das heiße Zeit finden für Begegnungen und Aktivitäten mit Freunden. Aber vielleicht mögt ihr euch anstecken lassen von einer Sehnsucht nach einem eigenen, echten Leben. Und dabei neugierig auf die Zukunft sein. Das schafft niemand für sich alleine. Deshalb ist es wichtig, gemeinschaftliche Aktivitäten wertzuschätzen, d. h., viel in Partner- und Freundschaften zu investieren, sich in Vereinen zu engagieren. Aktiv mitmachen und nicht nur dabeisein. Es gibt so viele Möglichkeiten an guten, sinnvollen und erfüllenden Lebensmöglichkeiten. Diese zu nutzen, zusammen mit dem Wissen, das ihr bis heute erworben habt, das wünsche ich euch vor allem anderen“, so Keller.

Ein Grußwort überbrachte Grünbergs Bürgermeister Marcel Schlosser, der von einem bedeutsamen Tag für die Schülerinnen und Schüler sprach. Mit dem Abschluss der Schulzeit schließe man ein wichtiges Kapitel ab und öffne gleichzeitig die Tür zu einem neuen, spannenden Lebensabschnitt. Dieser Moment sei ein Zeichen dafür, dass die Absolventen viele Jahre des Lernens, des Durchhaltevermögens und auch so manche Herausforderung gemeistert haben. Sie hätten sich Wissen erarbeitet, Fähigkeiten entwickelt und wichtige Erfahrungen gesammelt, nicht nur im Unterricht, sondern auch im Miteinander, in Freundschaften und im Schulalltag. Was auch immer sich die Schülerinnen und Schüler vorgenommen haben, sie sollten ihren Weg mit Mut, Neugier und Selbstvertrauen gehen. Es werde nicht alles auf Anhieb gelingen, aber gerade aus den Herausforderungen wachsen wir.

Ehrungen und Zeugnisübergabe

Weitere Grußworte überbrachten die Vorstandsmitglieder des Schulelternbeirats Sabine Schindele und Anke Speda und Luke Schaf von der Schülervertretung. Ebenso ehrte sie Sabine Lippert vom Förderverein, Mykhailo Momot, im Rahmen von Schule ohne Rassismus, Romy Flamm und Evelynne Schopf für die Teilnahme an Musicals und für den Schulsanitätsdienst sowie Niklas Weihrich und Jana Schäfer.

Außerdem verabschiedeten sich die Schüler der Klassen 9g, 9 PusH 1 & 2, 10d, 10e und 10f. Stufenleiterin Anja Warnecke 9/10 überreichte die Abschlusszeugnisse. In der Feierstunde brachte das Blasorchester unter der Leitung von Cita Jorde mit „Despacito“ und „Blinding Lights“ zwei Stücke zu Gehör. Die TKS-Band unter Benjamin Schön spielte „This Charming Man“ und „Where Do Broken Hearts Go“.

HEINZ-GERHARD SCHÜTTE