Grünberg. Kürzlich erhielt der Jahrgang 11 der Theo-Koch-Schule in Grünberg durch einen „CrashKurs“ vielfältige Einblicke in Ursachen und Folgen schwerer Verkehrsunfälle. Dabei handelt es sich um ein neues Präventionsprogramm der Polizei Hessen mit dem Ziel, die Zahl der Verkehrsunfälle mit jungen Menschen deutlich zu verringern.

Nach der gemeinsamen Auftaktveranstaltung in der der Aula der TKS nahmen die Schülerinnen und Schüler im Laufe des Vormittags an verschiedenen Workshops teil, die verdeutlichten, wie schnell aus Unachtsamkeit ein lebensbedrohlicher Notfall mit all seinen Konsequenzen werden kann und welche Verantwortung jeder Verkehrsteilnehmende trägt:

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr zeigten, wie sie an einer Unfallstelle vorgehen, Verletzte aus Fahrzeugen befreien und unter hohem Zeitdruck Entscheidungen treffen. Der Workshop des Rettungsdienstes machte sichtbar, welche medizinischen Maßnahmen nach einem schweren Unfall notwendig sind und wie fragil der Zustand von Verletzten sein kann. Von den Mitarbeitern der Notfallseelsorge erfuhren die Jugendlichen, wie Betroffene und Angehörige in emotionalen Ausnahmesituationen begleitet werden und dass Verkehrsunfälle oft tiefe seelische Spuren hinterlassen. In ruhiger Atmosphäre wurde der würdevolle Umgang mit Verstorbenen durch die Pietät thematisiert. Der Workshop erinnerte daran, dass riskantes Verhalten im Straßenverkehr häufig auch tödliche Folgen haben kann. Alkohol, Drogen, Ablenkung und Gruppendruck standen im Mittelpunkt des BOB-Workshops. Die Teilnehmenden setzten sich damit auseinander, wie schnell man andere gefährdet und wie die BOB‑Idee zu verantwortungsbewusstem Verhalten beitragen kann. Im Workshop Koordination und Reaktion erlebten die Jugendlichen an Reaktionswand und Simulator, wie stark Aufmerksamkeit und Konzentration ihre Sicherheit beeinflussen. Aufprallsimulator, Überschlagssimulator und ein Cartparcours mit Rauschbrille boten darüber hinaus weitere Erfahrungsmöglichkeiten.

Im Anschluss an die Workshops folgte ein kommentiertes Rettungsszenario aller beteiligten Organisationen. Nach und nach füllte sich der Schulhof mit Fahrzeugen und Rettungskräften rund um einen zuvor präparierten Kleinwagen mit vermeintlich tödlich verletztem Fahrer und schwerverletztem Beifahrer.

Der mit hohem Aufwand vorbereitete und umgesetzte Tag war eine eindrucksvolle Mischung aus authentischen Einblicken, persönlichen Begegnungen und praktischen Erfahrungen. Die Auseinandersetzung hinterließ bei den jungen Menschen mit Sicherheit Spuren, die weit über den Workshop‑Tag hinausreichen und zu verantwortungsvollem Verhalten im Straßenverkehr beitragen.

Fotos: Pausch