Gießener Anzeiger vom 05.05.2026

„Man sieht direkt, was man geschaffen hat“: In der Kfz-Werkstatt der Theodor-Litt-Schule wird um die „Handwerker von morgen“ geworben. © Thomas Wißner
Die Kreishandwerkerschaft Gießen organisierte einen Aktionstag für Jugendliche. Ziel ist es, Nachwuchs für die heimischen Handwerksbetriebe zu gewinnen.
87 Schüler aus vier Schulen des Landkreises Gießen haben sich am Aktionstag der Kreishandwerkerschaft Gießen beteiligt, um Einblicke in zehn Handwerksberufe zu erhalten. Ziel ist es, den Jugendlichen bei der Berufsentscheidung zu helfen und zu zeigen, dass das Handwerk viele kreative, praktische und sichere Berufsmöglichkeiten bietet.
Bei der Begrüßung an der Theodor-Litt-Schule versprach Praxisleiter Markus Hohler den Teilnehmern „einen Schnupperkurs“ und wünschte ihnen „viel Spaß und neue Erkenntnisse“. Die Kreishandwerkerschaft betreut nach Angaben des stellvertretenden Hauptgeschäftsführers Uwe Bock rund 1000 Handwerksbetriebe, für die alle die Ausbildung ein besonders wichtiges Thema sei.
„Unser Ziel ist es, euch, die Handwerker von morgen, frühzeitig zu informieren, damit ihr besser entscheiden könnt, ob ein Handwerksberuf zu euch passt“, erklärte Bock. Beim Aktionstag können sich die Teilnehmer über verschiedene Berufe informieren und direkt mit Auszubildenden ins Gespräch kommen. Zusätzlich gibt es Azubi-Guides, die an die Schulen kommen und Fragen beantworten.
„Ein großer Vorteil von Handwerksberufen ist, dass man praktisch arbeitet, also mit den Händen, und am Ende direkt sieht, was man geschaffen hat“, betonte Bock. Stadträtin Astrid Eibelshäuser (SPD) versicherte, dass das Motto „Nimm deine Zukunft in die Hände“ einfach alles sage. Den Schülern, die in zwei Jahren an der Theodor-Litt-Schule unterrichtet werden, versprach sie, dass bis dahin das neue technologische Werkstattgebäude fertig sei.
Der Erste Kreisbeigeordnete Christopher Lipp betonte, dass ohne das Handwerk und die Betriebe im Landkreis vieles nicht funktionieren würde. Gleichzeitig seien diese Betriebe auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen. „Das Handwerk bietet viele kreative Ausbildungsberufe, in denen man praktisch arbeitet und gute Zukunftschancen hat“, so der Kreisschuldezernent.
Die Schüler kamen von der Adolf-Reichwein-Schule Pohlheim, der Integrierten Gesamtschule Busecker Tal, der Sophie-Scholl-Schule Gießen und der Theo-Koch-Schule Grünberg. An der Theodor-Litt-Schule schnupperten sie in die Berufe des Elektronikers, Anlagenmechanikers, Kfz-Mechatronikers, Metallbauers, Tischlers und Maurers. 18 Schüler probierten sich als Kfz-Mechatroniker aus, elf als Tischler.
An der Aliceschule erhielten 14 Teilnehmer Einblicke ins Bäckerhandwerk und 19 ins Friseurhandwerk. An der Willy-Brandt-Schule schnupperten fünf Schüler ins Maler- und Lackiererhandwerk. Für ihre Teilnahme am Aktionstag erhielten alle Schüler ein Zertifikat. Die Jugendlichen wurden vor Ort von ihren Lehrern betreut, die sie zu den verschiedenen Stationen begleiteten.


