„Dies Romana“

Latein im 21. Jahrhundert – Totgesagte leben länger

Vokabeln büffeln, Grammatik pauken, Übersetzen – das verbinden die meisten Menschen mit Lateinunterricht. Und diese ‚Trockenübungen‘ gehören natürlich auch an der Theo-Koch-Schule dazu. Bei dem erstmals veranstalteten lateinischen Projekttag „Dies Romana“ am Mittwoch, 6. Juni 2018, erlebten Teilnehmer*innen und Publikum jedoch, dass moderner Lateinunterricht noch mehr kann.

Die Idee stammt von Studienrätin Albina Hasenkampf, Latein- und Religionslehrerin und Sprecherin des Fachbereichs Latein an der TKS. Weil ihre Lateinschüler*innen aus dem 7. und 8. Jahrgang so fleißig gelernt hatten, kam sie auf den Gedanken, zur Belohnung und als Motivation für das nächste Schuljahr einen lateinischen Projekttag zu veranstalten. Studienrat Michael Schmitt, Latein-, Geschichts- und Sportlehrer, unterstützte sie bei der Durchführung. Der Tag begann mit einer Küchenschlacht. In mehreren Gruppen wurden römische Speisen zubereitet und anschließend verzehrt – Zuckerplätzchen, Grießbällchen mit Mohn, Brötchen, mit Pinienkernen und Pfefferkörnern gefüllte Hackfleischbällchen, Pilze mit Pfeffer und Honig, Eier in Essig. Bis auf die beiden letztgenannten, wohl eher für antike Gaumen geeigneten Gerichte, wurde alles goutiert. Zur zusätzlichen Sättigung dienten selbstgebackene Pizzen – auch dies ein römisches, allerdings kein antikes Essen. Als nächstes bastelten die Schüler*innen Wachstafeln. Das Material dafür wurde vom Förderverein der TKS großzügig bezuschusst. Nachmittags spielten die Schüler*innen römische Spiele – zum Beispiel Reifendrehen oder „Tag und Nacht“ – und konnten im Rahmen einer Schnitzeljagd Geschick beweisen und bisherige Lateinkenntnisse anwenden. Am frühen Abend verwandelte sich das Foyer von Haus E in ein Amphitheater. Dafür hatten die Schüler*innen unter der Leitung von A. Hasenkampf teils im Lateinunterricht, teils in ihrer Freizeit drei kurze Theaterstücke konzipiert und einstudiert und fantasievolle Requisiten gebastelt. Das anwesende Publikum – Eltern, Geschwister und interessierte TKS-Kolleg*innen – erlebte zunächst eine „Reise in die Vergangenheit“, wo ein verzweifelter Lehrer mit seinen Schüler*innen mittels einer ZMET (Zeitmaschine mit eingebautem Translator)  ins alte Rom reist, um ihnen „richtige“ Disziplin zu zeigen. In dem Stück „Romula und Rema“ interpretierten die Schüler*innen den römischen Gründungsmythos einmal anders. Wären Romulus und Remus Frauen gewesen, so erfuhren die amüsierten Zuschauer*innen, dann wäre die Weltgeschichte anders – friedlicher – verlaufen. Das dritte und letzte Stück, „Black-and-White–Dress-like-Humans“, stellte eine Motto-Party im olympischen Götterhimmel dar, bei der die amourösen Abenteuer des Göttervaters zu komplizierten Verwicklungen führten. Glücklicherweise hatte die kluge Göttin Minerva mit ihrer Special-Multifunktions-Weisheits-Fernbedienung alles unter Kontrolle. Am Ende war die eheliche Harmonie zwischen den Göttereltern wiederhergestellt und das Publikum applaudierte begeistert. „Dies Romana“ an der TKS – ein Projekt mit Nachahmungscharakter.

2018-07-04T00:05:52+00:0007.06.2018|Aktuelle Beiträge, Allgemein|