Gießener Allgemeine Zeitung vom 26.03.2019

Szene aus der Aufführung an der TKS.

Von Thomas Brückner

»Erst schlappgelacht, dann nachgedacht« – der Titel der Veranstaltung an der TKS Grünberg am Dienstagmorgen ist Programm. In der Aula der Gesamtschule gastiert das Theater »RequiSiT« aus Hattersheim. Seit 13 Jahren schon ist die Truppe auf Tour, steht für »innovative Veranstaltungen in der Suchtprävention«. Unter der fachlichen Leitung einer Diplom- und Theaterpädagogin werden die Angebote stets auf die Bedürfnisse der Schüler abgestimmt.

Gute Gefühle im Mathe-Unterricht

Die Mitglieder des Ensembles wissen, wovon sie reden, waren sie doch alle ehedem suchtmittelabhängig. Inzwischen viele Jahre clean, reklamieren sie für sich ein »hohes Maß an Selbstreflexion«. Sicher unabdingbar, um ihre Erfahrungen glaubhaft weiterzugeben und insbesondere Teenager auf die Gefahren der Drogen jedweder Art aufmerksam zu machen. Neben der Sucht und ihren Ursachen sollte auch das Thema Gewalt aufs Tapet kommen. In mehreren Runden kamen die »Requisiteure« am Dienstag mit den Schülern der TKS ins Gespräch. Klar, dass es währenddessen auch für die Lehrer hieß: »Wir müssen draußen bleiben.«

Mit einer – auch dank der Stichworte der Zehntklässler – äußerst kurzweiligen Improvisationsshow hatte der Vormittag begonnen. So überbrückte das Ensemble rasch die Distanz zwischen Bühne und Publikum. Immens hilfreich dabei: In der dritten Szene bereits dienen die Schüler nicht nur als Stichwortgeber vor, sondern auch während der Aufführung und lenkten so das Geschehen. So manches Mal durchaus eine Herausforderung für die Akteure.

Beispiel gefällig? Auf die Aufforderung, Begriffe für positive Gefühle zu nennen, nannten die Zehntklässler etwa »Spaß«, »Liebe« oder »Mathe-Unterricht bei Frau Stöhr«. An negativen Gefühle fielen die Stichworte »Hass«, »Trauer« – und »Mathe-Unterricht bei Frau Stöhr«. (Foto: tb)

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