Gießener Anzeiger vom 15.09.2022, S. 32

Mädchen und Jungen der TKS stellen Biografien vor

Mehr als 40 junge Menschen aus jüdischen Elternhäusern rund um Grünberg besuchten in den Jahren von 1884 bis 1934 die weiterführende Schule in Grünberg. Eine Gruppe von Theo-Koch-Schülerinnen und -Schülern wird die Biografien dieser jungen Menschen bei zwei Veranstaltungen vorstellen.

Die erste Veranstaltung findet bereits am heutigen Donnerstag, 15. September, mit geladenen Gästen im Museum im Spital Grünberg statt. Unter den Gästen werden auch US-amerikanische Nachkommen von jüdischen Londorferinnen und Londorfern sein. Ihr Besuch steht im Zeichen des Gedenkens an das vor der Shoah blühende jüdische Leben in Londorf, zu dem bereits gestern ebenda eine Erinnerungsstätte enthüllt wurde (Bericht auf Seite 25). Anlass ist der 80. Jahrestag der Deportation der letzten jüdischen Einwohnerinnen und Einwohner.

Die zweite Veranstaltung findet am 27. September um 19 Uhr in der Hospitalkirche in der Hintergasse 22 statt. Dazu sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Neben der Präsentation der Biografien werden die Theo-Koch-Schülerinnen und -Schüler über die Gespräche mit den jüdischen Nachkommen vom ersten Treffen berichten.

Im Anschluss an die Veranstaltung in der Hospitalkirche stellt Museumsleiterin Karin Bautz im Museum im Spital Grünberg vor, wie die Forschungsarbeit die Dauerausstellung zur Stadtgeschichte ergänzt.

Die Veranstaltung ist Auftakt für weitere Projekte zum jüdischen Leben in Grünberg und soll einen Diskurs darüber anregen, wie lebendiges Erinnern gemeinsam gestaltet werden kann.